Teaser zu Managervergütung

Managervergütung

Seit Beginn der Finanzmarktkrise wurde eine Reihe von Maßnahmen zur Regulierung der Managervergütung ergriffen. Für den Bankenbereich und den Versicherungsbereich gelten jeweils Besonderheiten.

2014
Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD von 2013 heißt es: "Um Transparenz bei der Feststellung von Managergehältern herzustellen, wird über die Vorstandsvergütung künftig die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats entscheiden."

Im Mai 2014 gab Ministerialrat Seibert bekannt, bei der weiteren Regulierung der Vorstandsvergütung die Weiterentwicklung der geplanten Änderung der EU-Aktionärsrechterichtlinie vom 9. April 2014 abwarten zu wollen. Der Entwurf der Richtlinie sieht vor, dass die Hauptversammlung börsennotierter Gesellschaften mindestens alle drei Jahre die Vergütungspolitik für den Vorstand billigen muss. Hierdurch sollen Leistung und Vergütung der Vorstandsmitglieder stärker als bisher korrelieren. Die Vergütungspolitik umfasst unter anderem das Verhältnis von fixer zu variabler Vergütung und die Höchstbeträge der Gesamtvergütung. Für die Entwicklung der Vergütungspolitik soll zwar der Aufsichtsrat weiterhin zuständig bleiben, dennoch befürchten Kritiker eine Schwächung des Aufsichtsrats und der unternehmerischen Mitbestimmung. Um sicherzustellen, dass die Umsetzung der Vergütungspolitik in Einklang mit der genehmigten Politik steht, sollen die Aktionäre das Rechte haben, über den Vergütungsbericht des Unternehmens abzustimmen. Im Vergütungsbericht soll die Gesellschaft unter anderem das Verhältnis der Entwicklung von Vorstandsvergütung zur durchschnittlichen Angestelltenvergütung offenlegen. Der Vergütungsbericht soll Teil der Erklärung zur Unternehmensführung werden. Stimmen die Aktionäre gegen den Vergütungsbericht, soll das Unternehmen im nächsten Vergütungsbericht darlegen, wie der Aktionärsentscheidung Rechnung getragen wurde.

Aktuelle Informationen zur Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung von DAX30- und MDAX-Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 liefert eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TUM).

2013
Vor dem Hintergrund der am 3. März 2013 von den Schweizer Bürgern angenommenen Schweizer Volksinitiative "gegen die Abzockerei" wurde auch die Vorstandsvergütung in Deutschland wieder verstärkt diskutiert. Am 27. Juni 2013 verabschiedete der Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Kontrolle der Vorstandsvergütung und zur Änderung weiterer aktienrechtlicher Vorschriften (VorstKoG) mit den Änderungen des Rechtsausschusses. Demnach war geplant, dass die Hauptversammlung börsennotierter Gesellschaften einmal jährlich verbindlich über das Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder und die maximale Höhe ihrer Vergütungen entscheiden sollte. SPD und Bündnis 90/Die Grünen reagierten ebenfalls auf die öffentliche Debatte um die Vorstandsvergütung und legten eigene Anträge im Bundestag vor. Das VorstKoG scheiterte im September 2013 im Bundesrat.

Im Jahr 2013 lag zudem der Schwerpunkt der Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf der Vorstandsvergütung.

2011
Im Grünbuch Europäischer Corporate Governance-Rahmen vom 5. April 2011 (vgl. Quarterly II/2011, S. 4 ff.) stellte die EU-Kommission die Einführung einer obligatorischen Abstimmung der Aktionäre über die Vergütungspolitik und den Vergütungsbericht zur Diskussion.

2009
Am 5. August 2009 trat das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, die Nachhaltigkeit der Vergütungsstruktur und die Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats für die Ausgestaltung der Vorstandsvergütung zu stärken sowie die Transparenz der Vorstandsvergütung gegenüber den Aktionären und der Öffentlichkeit zu verbessern.

Auf EU-Ebene erging zudem die Empfehlung der Europäischen Kommission zur Vergütung von Mitgliedern der Unternehmensleitung börsennotierter Gesellschaften vom 30. April 2009 (K(2009) 3177), die auf den Vorschlägen der Erklärung des Corporate Governance-Forums vom 23. März 2009 beruht; Ziel der Empfehlung ist eine leistungsorientierte und auch am lang- und mittelfristigen Unternehmenserfolg orientierte Ausgestaltung der Vergütung. Die Empfehlung enthält unter anderem Bestimmungen zu variablen Vergütungsanteilen und zu Abfindungszahlungen.

2005
Am 11. August 2005 trat das Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG) in Kraft.

2004
Bereits im Jahr 2004 sprach die Europäische Kommission eine Empfehlung zur Einführung angemessener Vergütungsregelungen von Mitgliedern der Unternehmensleitung börsennotierter Gesellschaften aus (Empfehlung 2004/913/EG). Ziel der Empfehlung ist es, die EU-weiten Unterschiede bei der Transparenz von Managergehältern sowie der Aktionärsrechte zu vereinheitlichen. Hierzu schlägt die Empfehlung eine Reihe von Maßnahmen vor, die in erster Linie die Offenlegung der Vergütungspolitik und der individuellen Gehälter sowie die Genehmigung von Aktienbezugsplänen durch Aktionäre betreffen.

Der Umsetzung dieser Empfehlung durch die Mitgliedstaaten widmete sich im Jahr 2007 eine Erhebung im Auftrag EU-Kommission.